Freitag, 18. April 2008

Die Hälfte ist geschafft

Am 6. April war in Berlin der 28. Halbmarathon am Start - und ich auch. ;-)

Nach einigen Trainingsläufen im Rahmen von 10km und dem Lauf der Sympathie am 16. März habe ich mich also dieses Mal an die doppelte Strecke gewagt. Grundsätzlich fühlte ich mich fit und beim Training am Samstag meinte ich oft "Marathon ist ja eigentlich nur viermal diese Strecke laufen".

Die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gestaltete sich etwas schwieriger, da bereits einige Straßen gesperrt waren, so dass Buslinien umgeleitet wurden, aber meine Freundin und ich kamen noch rechtzeitig an. Dann wollten wir noch unsere Tüten mit warmen Kleidungsstücken abgeben, damit wir uns nach dem Lauf umziehen konnten (das Wetter war doch etwas kühl - mit der Aussicht auf Regen). Doch die Zelte waren chaotisch aufgebaut: Es war alles voller Menschen und da die Zelte nach Startnummern sortiert waren, mussten wir viele Läufer passieren. Endlich an dem Zelt angekommen, welches die Tüte mit meiner Startnummer annahm, mussten wir kurz darauf erfahren, dass die Zelte für Frauen an einer ganz anderen Stelle aufgebaut waren. Also mussten wir uns noch weiter durch die Massen quetschen, damit wir noch vor dem Start die Tüte meiner Freundin abgeben konnten. Meine Freundin war etwas sauer, mir gefiel es auch nicht sonderlich, aber immerhin waren wir jetzt schon sehr nahe unserem Startblock. Da es mein erster Lauf in dieser Kategorie war, musste ich aus dem letzten Block starten. Nachdem der Startschuss (den ich natürlich nicht gehört hatte) gefallen war, lief dann wohl der erste Block los - wir trotteten langsam in Richtung Start. Es dauerte noch eine gute Viertelstunde, bis der letzte Block dann an der Startlinie ankam. Erst dann fing ich an zu laufen.

Zumindest versuchte ich es. Es war leider so voll, dass ich mein Tempo nicht gar nicht laufen konnte - ständig waren langsame Läufer vor mir. Das Vorbeikommen war manchmal nicht einfach und so hatte ich gerade auf den ersten Kilometern häufige Tempowechsel.

Irgendwann war auch die Gegenfahrbahn für den Lauf freigegeben und so teilte sich die Masse auf der vollen Breite auf. Endlich gab es etwas Platz und ich konnte meinen Schritt etwas beschleunigen.

Jeden Kilometer blickte ich auf die Uhr und schnell machte ich meine verlorene Zeit der ersten Strecke wieder wett. Mein Schnitt war fabelhaft - etwas über fünf Minuten (5:13) - und ich konnte mir immer ausrechnen, wann ich das nächste Kilometerschild sehen müsste.

Die Wasserstände habe ich alle besucht, wobei ich jedesmal abbremsen musste, weil andere Läufer sich gerne hinstellen, um den Becher zu greifen und ihn nicht im Vorbeirennen mitschnappen. Kurz vor Schluss habe ich dann auch mal einen Tee mitgenommen, wobei der schon etwas geklebt hat.

Bei Kilometer 10 habe ich mich super gefühlt. Ich war zwar etwas spät dran (über 50 Minuten und nicht darunter), aber ich hatte ja auch noch etwas Strecke vor mir, da wollte ich mich noch nicht zu sehr verausgaben.

Ab Kilometer 14 allerdings bemerkte ich Schmerzen im rechten Knie. Ich dachte kurz darüber nach, auszusteigen, aber dann biss ich die Zähne zusammen: Ich wollte es unbedingt schaffen. Mit der Zeit wurde der Schmerz aber immer schlimmer und auch der Oberschenkel fühlte sich einige Kilometer später nicht mehr so gut an. Beim letzten Wasserstand (da, wo ich mir einen Tee genommen hatte) habe ich dann auch eine kleine Geh-Pause eingelegt, aber nach den zehn langsamen Schritten waren die Knieschmerzen leider immer noch mindestens genauso schlimm wie vorher.

Aber ich habe durchgehalten und bin - nicht volle Pulle, aber in einem Tempo, was ich in Ordnung fand - weitergelaufen. Kurz vor dem Ziel standen dann eine Menge Leute am Rand und ich konnte mir nicht alle Gesichter ansehen, so dass ich unsere "Supporter" leider nicht bemerkt habe. Einen Zielspurt wie sonst üblich konnte ich leider aufgrund der Knieschmerzen auch nicht hinlegen - ich bin einfach weiter in dem Tempo gelaufen.

Zieleinlauf Geschafft!

Nach dem Zieleinlauf (erstes Foto - die angezeigte Zeit enthält die oben erwähnten 16 Minuten Wartezeit vor meinem Start!) bin ich dann aber gleich auf "Gehen" umgestiegen. Ich war froh darüber, dass ich es geschafft hatte. Konditionell ging es mir auch super, da hätte ich auch weiterlaufen können, bis der Marathon geschafft ist; aber das Knie gab mir schon zu denken.

Im Zielbereich gab es neben einer Medaille Bananen, Wasser und Tee und isotonische Getränke. Bis auf Bier habe ich mir da überall etwas mitgenommen. Außerdem war ein Bereich abgegrenzt, wo man ein Foto von sich machen lassen konnte - auch das habe ich wahrgenommen (zweites Foto).

Meine Freundin habe ich am verabredeten Platz leider nicht gefunden, da es dort total überfüllt war, und so bin ich dann alleine heimwärts gefahren.

Die Knieschmerzen wurden die folgenden Tage leider noch schlimmer. Am zweiten Tag kam dann noch der Muskelkater dazu. Dieser war zwar auch heftig, aber ich empfand ihn im Vergleich zu meinen anderen Schmerzen als gar nicht so schlimm.

Inzwischen haben sich die Schmerzen aber wieder etwas gebessert. Morgen will ich das erste Mal seit dem Halbmarathon mal wieder laufen. Ich hoffe, dass die Schmerzen nicht wiederkehren und ich noch etwas trainieren kann, bevor es Ende Mai schon an den Marathon geht.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen